Zum besseren Verständnis der Projektinhalte finden Sie in diesem Wörterverzeichnis eine Liste relevanter Begriffe inklusive Erläuterung. In der Liste sind zentrale Begriffe des Themenkomplexes „Agilität“ sowie Erläuterungen zu den Inhalten des Kompass Agile NGO, der im Rahmen des Projektes entwickelt wird, angelegt.

Agilität

Agil: Die Wortbedeutung ist „beweglich“, „flink“ oder „dynamisch“. Im Management-Kontext bedeutet Agil „anpassungsfähig“ und stammt aus dem Projektmanagement in der Sofwareentwicklung. (TZ, Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.)) In diesem Kontext fallen verschiedene Methoden, Regeln etc. unter agil, die die Leistungsfähigkeit erhöhen sollen. (Scrum-Glossar (o.D.))  

Agiles Manifest: „Im Jahr 2001 niedergeschriebene Grundsätze und Werte zur agilen Softwareentwicklung. Das Agile Manifest umfasst vier grundlegende Werte und zwölf Prinzipien [und wurde von 17 Experte*innen verfasst]“ (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.), Scrum-Glossar (o.D.))

Agile Methode: „Nach und nach haben sich verschiedene Techniken herauskristallisiert, um die recht abstrakten Werte und Prinzipien des Manifests in die Praxis umzusetzen. Dazu zählen beispielsweise „Task Boards“, „Daily-Standup-Meetings“ und „User Stories“ […]. Daraus wiederum haben sich die sogenannten agilen Methoden entwickelt. Schon seit vielen Jahren halten diese Methoden fortschreitend Einzug in die Softwareentwicklung, insbesondere unter den Begriffen „Unified Process“, „Extreme Programming“ und „Scrum“.“ (Agile Methode und Techniken im Überblick. (2017, 27. Oktober)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Agiles Mindset (dt. agile Haltung): Hinter den agilen Methoden für Teams, Führungskräfte und Organisationen steht ein einheitliches Denkmodell und Menschenbild bzw. eine Haltung. Das agile Mindset ist eine essentielle kulturelle Grundlage für wirksames agiles Arbeiten in einer Organisation. (TZ) Als Basis gilt das Agile Manifest mit seinen Prinzipien (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.)).

Aufwand: „Aufwand ist die Menge aller monetär quantifizierbaren Eingangsgrößen in ein Projekt, in ein Programm, in ein Projektportfolio oder in einen Teil eines Projekts.“  (Dr. Angermeier, G. (2012, 29. November)). Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Backlog: Im Backlog werden alle noch ausstehenden Aufgaben aufgeschrieben. Beispielsweise der Product Backlog in dem alle anstehenden Arbeiten stehen oder der Impediment Backlog, in dem Hindernisse verzeichnet sind. (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Best Practice: Methode, Werkzeug etc. die sich als Geeignetste in ihrem Feld gezeigt haben. (Scrum-Glossar (o.D.))

Burn-Down-Chart: Die Chart visualisiert grafisch den Fortschritt des Teams in einer Zeiteinheit in einem Sprint. Es wird jeden Tag vom Team aktualisiert. (Weigand, A. (2017, 16. Februar), Scrum-Glossar (o.D.))

Canvas (dt. Leinwand): Unter Canvas versteht man die grafische Aufbereitung und strukturierte Darstellung von Informationen. (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Commitment (dt. Selbstverpflichtung)Das Team oder einzelne Mitglieder können sich beispielsweise dazu „committen“ (dt. verpflichten), bestimmte Ziele in einem Sprint zu erreichen. (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Daily Scrum (Daily): Bei diesem täglichen Meeting trifft sich das gesamte Entwicklungsteam, um vorzustellen, woran jeder/e Einzelne gerade arbeitet. Die Dauer beträgt typischerweise 15 Minuten. (Weigand, A. (2017, 16. Februar))

Definition of Done (DoD): „Die Definition of Done legt fest, wann fertig wirklich fertig ist[.] Sie muss deshalb allen Beteiligten bekannt sein und alle müssen verstanden haben, was „done“ bedeutet.“ (Weigand, A. (2017, 16. Februar))

Definition of Ready (DoR): Im Zuge der DoR wird vom Team festgelegt, wann für eine Aufgabe genügend Informationen vorliegen so dass sie in den nächsten Sprint aufgenommen werden kann. (Glossar. Moderne Führung und Agilität. (o.D.), Agile Glossar. (o.D.))

Epic: „Epics beschreiben eine bestimmte Anforderung an ein Produkt auf grobgranularer Ebene. Dabei spielen Details noch keine Rolle. Epics werden später in detaillierte User Storys unterteilt.“ (Weigand, A. (2017, 16. Februar))

Entwicklungsteam: Das Team setzt die Product Backlog Items um. „[Es] besteht aus Profis, die am Ende eines jeden Sprints [Zyklus] ein fertiges Inkrement [Zwischenstand] übergeben, welches potenziell auslieferbar ist. (…) Nur Mitglieder der Entwicklungsteams erstellen das Produktinkrement. Entwicklungsteams sind von der Organisation so strukturiert und befähigt, dass sie ihre eigene Arbeit selbst organisieren und managen.“ (Scrum Guides (o.D.))

Fast Lane: „Horizontaler Bereich (Swim Lane) auf einem Kanban-Board für Tickets der höchsten Priorität; sie befindet sich meist oben am Board.“ (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Feedback Loop (dt. Feedbackzyklus):  „Schleife, in der ein Ergebnis erarbeitet und vorgestellt wird, um Feedback erhalten und einarbeiten zu können.“ (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Flowchart: In diesem Diagramm werden Abläufe grafisch dargestellt. (Was ist ein „Flow Chart“?. (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Inkrement:  „[D]arunter [wird] ein Ergebnis verstanden, das immer weiter ergänzt wird. Das Inkrement ist das Ergebnis eines Sprints, das mit allen Inkrementen der Sprints davor zu einem gemeinsamen Ergebnis integriert wird.“ (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Inspect & Adapt: „Ein Prinzip zur permanenten Verbesserung“. In Scrum prüft das Team nach jedem Sprint was erreicht wurde und was verbesserungswürdig ist. (Inspect+Adapt (2012, 19. August)) Weiterführende Informationen finde Sie hier.   

Impediment Backlog: Eine Liste aller Hindernisse in Scrum, die vom Scrum Master gepflegt wird. (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Iteration (dt. wiederholen): „Eine Iteration ist eine festgelegte bzw. begrenzte Zeitspanne von normalerweise zwei bis vier Wochen, in der ein agiles Team ein potentiell auslieferbares Produkt entwickelt. Ein typisches agiles Projekt besteht aus einer Reihe von Iterationen mit je einem Planning Meeting vor der konkreten Entwicklung und einer Retrospektive am Ende der Iteration. In Scrum werden Iterationen als Sprints bezeichnet.“ (Iteration. (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier

Kanban (dt. Signalkarte): „Im Unterschied zu Scrum gibt es bei Kanban keine Iterationen, sondern Aufgaben werden kontinuierlich vom Team bearbeitet. Kanban hat das Ziel die Menge gleichzeitig begonnener Arbeit zu begrenzen, Engpässe im Arbeitsfluss sichtbar zu machen und dadurch insgesamt die Durchlaufzeiten von Arbeitspaketen zu verringern.“ (Glossar. Moderne Führung und Agilität. (o.D.))

Kaizen: Dieser Begriff stammt aus dem Japanischen und bedeutet konsequentes Innovationsmanagement oder einfach Verbesserung. (Das REFA-Lexikon. (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Key Performance Index (KPI): „KPIs dienen dazu zu überprüfen, wie erfolgreich bestimmte Tätigkeiten in Unternehmen sind. Sämtliche Prozesse in Organisationen können anhand dieser Leistungskennzahlen kontrolliert werden. Anhand von Key Performance Indicators können das Management und das Controlling Abläufe im Unternehmen analysieren.“ (Content Marketing Glossar (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Less Framework: Hierbei handelt es sich um eine Produktentwicklung, an der mehrere Teams gleichzeitig arbeiten. Dafür muss vorher ein Rahmenwerk für die Verfahrensweise erstellt werden. (Schulz, C. (2018, 24. April))

Pitch: Der Begriff stammt aus der Startup-Kultur. Es handelt sich dabei um eine sehr kurze Vorstellung der eigenen Geschäftsidee um Investoren von sich zu überzeugen. (Unterberger, T. (2016, 29. Januar))

Planning Poker: „Planning Poker ist ein agiles Schätzverfahren, bei dem die Mitglieder des Teams die zu entwickelnden Features gemeinsam schätzen. Das Team taxiert in spielerischer Form mit Hilfe von speziellen Spielkarten Aufwände für Tasks, Epics und User Stories für den anstehenden Sprint.“ (Projektmanagement Glossar. (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Product Backlog: Darunter wird eine „Liste der anstehenden Arbeiten [verstanden]. Es sind damit alle To-dos oder Arbeitseinheiten, an denen die Arbeit noch nicht begonnen hat und für die es auch noch keine Zusage gibt [gemeint]. Dies bedeutet, dass nicht alle Arbeitseinheiten im Backlog auch tatsächlich umgesetzt werden müssen.“ (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Product Backlog Refinement: „Der Begriff […] bezeichnet die fortlaufende Pflege des Product Backlogs (früher Grooming genannt), die in der Verantwortung des Product Owners liegt.“ (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Product Owner: „Der Product Owner ist dafür verantwortlich, den Wert des Produktes zu maximieren, das aus der Arbeit des Entwicklungsteams entsteht. (…) Der Product Owner ist die einzige Person, die für das Management des Product Backlogs verantwortlich ist.“ (Scrum Guides (o.D.))

Pull-System: „Ein System, in dem die Arbeit von Mitarbeitern „gezogen“ wird, wenn die entsprechende Kapazität vorhanden ist.“ (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.))

Retrospective: „Die Sprint Retrospektive bietet dem Scrum-Team die Gelegenheit, sich selbst zu überprüfen und einen Verbesserungsplan für den kommenden Sprint zu erstellen.“ (Scrum Guides (o.D.))

Review: „Am Ende eines Sprints wird ein Sprint Review abgehalten, um das Produktinkrement zu überprüfen und das Product Backlog [Anforderungsliste] bei Bedarf anzupassen.“ (Scrum Guides (o.D.))

Selbstorganisation: Selbstorganisation entstammt der Systemtheorie und bezieht sich im wirtschaftlichen Kontext auf Teams, die zu einem gewissen Maß eigenständig in ihren Entscheidungen, Prozessen und Rahmenbedingungen sind. (TZ) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Scope: „Im Rahmen des agilen Festpreises ist der Scope der Umfang eines Projektes. Dieser Scope wird nach den ersten Sprints noch einmal überprüft und nach Bedarf angepasst.“ (Weigand, A. (2017, 16. Februar))

Scrum: Scrum ist die bekannteste agile Methode und wird für selbstorganisierte Produktentwicklung in Teams genutzt. Sie stammt ursprünglich aus der US-amerikanischen Softwareentwicklung (2001) und soll Teams helfen ihre Produkte leichter, schneller und mit höherer Qualität auszuliefern. Zentral ist das Arbeiten in Zyklen (Sprints) von 2-4 Wochen und die Aufteilung in drei verschiedene Rollen: „Scrum Master“, „Product Owner“ und „Entwicklungsteammitglied“. (TZ)

Scrum Master: Der Scrum Master sorgt für die richtige Umsetzung und Anwendung von Scrum, beseitigt Hindernisse, unterstützt das Scrum-Team in seiner Entwicklung und der Zusammenarbeit. (Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.)) Er stellt sicher, dass vereinbarte Prozesse befolgt werden und ist ein „Servant Leader“ für das Team. Durch die Arbeit an der Optimierung der Zusammenarbeit sorgt er dafür, dass der durch das Scrum-Team generierte Wert maximiert wird. (Scrum Guides (o.D.))

Scrum-Team: „Als Scrum-Team werden der Product Owner, das Entwicklungsteam sowie der Scrum Master bezeichnet. Da das Entwicklungsteam idealerweise aus 3 bis 9 Personen bestehen soll, ergibt sich eine Größe von 4 (wenn der Scrum Master auch Mitglied des Entwicklungsteams ist) bis 11 Personen.“ (Scrum-Glossar (o.D.))

Sprint: „Das Herz von Scrum ist der Sprint [Zyklus], ein Zeitraum (…) von maximal einem Monat, innerhalb dessen ein fertiges [„Done“], nutzbares und potenziell auslieferbares Produktinkrement hergestellt wird. Alle Sprints innerhalb eines Entwicklungsvorhabens sollten die gleiche Dauer haben. Der neue Sprint startet sofort nach Abschluss des vorherigen Sprints.“ (Scrum Guides (o.D.))

Sprint Backlog: Dies bezeichnet im Scrum die Product Backlog Items, die im Product Backlog  für den Sprint ausgewählt wurden sowie den Umsetzungsplan des Entwicklungsteams. Es handelt sich also um eine Aufgabenliste deren Aufgaben sich jedes Teammitglied gemäß seiner/ ihrer Kompetenzen zuweisen kann. (Scrum Begriffe. (o.D.))

Sprintziel: Das festgelegte Ziel, was in einem Sprint erreicht werden soll. (Scrum-Glossar (o.D.))  

Sprint Planning: „Im Sprint Planning wird die Arbeit für den kommenden Sprint geplant. Dieser Plan entsteht durch die gemeinschaftliche Arbeit des gesamten Scrum-Teams.“ (Scrum Guides (o.D.))

Taskboard: Dieses Board kann digital oder analog eingesetzt werden um die ausstehenden Aufgaben und ihren Zeitraum zu visualisieren. (Agile Glossar. (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Timebox: Unter Timebox wird ein fester Zeitabschnitt verstanden, was in Scrum fast auf alle Ereignisse zutrifft. Sprints sind beispielsweise getimeboxed. (Scrum-Glossar (o.D.))

User Stories: User Stories stelle eine Verbindung zwischen Auftraggeber, späteren Nutzer und Entwicklern her. Sie sind für alle verständlich und sind auf den eigentlichen Nutzen, der mit der Realisierung der User Story erzielt werden soll, ausgerichtet. (Agile Glossar. (o.D.)) Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Zeremonie: Unter Scrum Zeremonien versteht man Ereignisse, Termine, Meetings etc. (Hemader, C. (2016, 7. Juli))

Kompass Agile NGO

Botschafternetzwerk: Das Botschafternetzwerk ist ein bundesweites Netzwerk an Unterstützer*innen für agile Arbeitsweisen in Notprofit-Organisationen. Das Netzwerk soll dabei helfen, möglichst flächendeckend agile Arbeitsweisen zu bewerben, den Erfahrungsaustausch zu fördern und damit die Wirksamkeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen zu verbessern.

Quellen

Agile Glossar. (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://infos.seibert-media.net/display/Productivity/Agile+Glossar

Agile Methode und Techniken im Überblick. (2017, 27. Oktober). Abgerufen am 19.12.2019, von https://www.haufe.de/personal/hr-management/agile-methoden-definition-und-ueberblick_80_428832.html

Content Marketing Glossar (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.textbroker.de/glossar

Das REFA-Lexikon. (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://refa.de/service/refa-lexikon/

Dr. Angermeier, G. (2012, 29. November). Aufwand. Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.projektmagazin.de/glossarterm/aufwand

Glossar der Agilen Begriffe. (o.D.). Abgerufen am 19.12.2019, von https://link.springer.com/content/pdf/bbm%3A978-3-662-56800-2%2F1.pdf

Glossar. Moderne Führung und Agilität. (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von ps://www.agil-gefuehrt.de/glossar/

Hemader, C. (2016, 7. Juli). Scrum Begriffe. Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.agile-software.at/scrum-begriffe/

Inspect+Adapt (2012, 19. August). Abgerufen am 18.12.2019, von https://scrum-in-der-praxis.de/glossary/inspect-adapt/

Iteration. (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.scrum-academy.de/scrum-lexikon/iteration/

Projektmanagement Glossar. (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.kayenta.de/projektmanagement-glossar-lexikon.html

Schulz, C. (2018, 24. April). Ist LESS wirklich mehr? – Die wichtigsten Infos zum Large-Scale Scrum Framework. Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.mosaiic.com/blog/2018/04/24/large-scale-scrum-framework/

Scrum Begriffe. (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.prowareness.de/scrum-begriffe/

Scrum Guides (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://scrumguides.org/

Scrum-Glossar (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.scrum-glossar.de/

TZ: Thomas Zimmermann, swapwork UG, Berlin, 2019

Unterberger, T. (2016, 29. Januar). Pitch. Abgerufen am 19.12.2019, von https://www.derbrutkasten.com/pitch/

Was ist ein „Flow Chart“?. (o.D.). Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.qualitaetsmanagement.me/qualitaetsmanagement_iso_9001/lexikon/flow_chart/

Weigand, A. (2017, 16. Februar). Das agile Glossar…Was ist was?. Abgerufen am 18.12.2019, von https://www.liveanddev.de/work/was-ist-was-das-agile-glossar

Konzepte

Die Urheber des agilen Manifests haben einige Rahmenwerke (Frameworks) entwickelt. Die bekanntesten und meistgenutzten Rahmenwerke sind Scrum und Kanban (microTOOL, 2020). Während sich Scrum für kreative Projekte eignet, kann Kanban auch für Routineaufgaben genutzt werden. Zudem eignet sich Scrum besser für Teamarbeiten in komplexen Projekten, während Kanban auch von alleine arbeitenden Personen genutzt werden kann (SolidCreativity GmbH, 2019).

Charakteristisch für Scrum ist, dass die gesamte Projektlaufzeit in Etappen, sog. „Sprints“, gestaffelt wird. Ziel ist es, am Ende eines Sprints ein Zwischenprodukt oder -ergebnis zu erhalten, das mit allen Projektteilnehmer*innen abgestimmt wird.

In Scrum gibt es drei definierte Rollen: Zum einen gibt es den Product Owner, der die Anforderungen an das Endprodukt stellt und diese priorisiert. Umgesetzt werden diese Projektvisionen vom Projektteam, der zweiten Rolle in Scrum. Das Projektteam entwickelt das Produkt, arbeitet stets selbstorganisiert und ist dafür verantwortlich, die Sprints einzuhalten. Eine weitere Rolle nimmt der sogenannte Scrum Master ein. Der Scrum Master ist für die Kommunikation zwischen Product Owner und Projektteam verantwortlich und organisiert sowie moderiert die Meetings. Er trägt zudem die Verantwortung dafür, dass die Scrum-Methode eingehalten wird (Pfeffer, 2019).

Die Scrum Methode beinhaltet fünf Aktivitäten: Im Rahmen des Sprint Plannings wird die nächste Etappe geplant und Anforderungen werden in einzelne Aufgaben, sog. „Tasks“, eingeteilt. Im besten Falle trifft sich das Projektteam jeden morgen zu einem Daily Scrum, damit sich über den Arbeitsstand und mögliche Hindernisse ausgetauscht werden kann. Das Pendant dazu bildet der Sprint Review, in dem sich das Projektteam am Ende jedes Sprints ein Feedback vom Product Owner einholt. Die Arbeitsweise des Projektteams wird zudem im Rahmen eines Sprint Retrospective regelmäßig reflektiert, um sie zu optimieren. Eine andere, kontinuierliche Aktivität wird vom Product Owner durchgeführt. Dieser führt das Product Backlog Refinement durch, indem er die Anforderungen während der gesamten Projektlaufzeit formuliert und organisiert (Pfeffer, 2019).

Das Kanban Konzept findet seinen Ursprung in der Automobilindustrie. Der Automobilhersteller Toyota führte Ende der 40er Jahre die „Just in Time“-Produktion ein, welche sich an der Kundennachfrage orientiert (Kanbanize, 2020). Dieses Konzept legte den Grundstein für das heute bestehende Kanban-Board, welches meist digital erstellt wird. Es besteht aus den drei Spalten „To Do“, „In Progress“ und „Done“ und kann mit Aufgaben, den „Tickets“, beschrieben werden. Arbeiten mehrere Personen oder Teams in einem Projekt zusammen, können alle Projektmitglieder auf das digitale Board zugreifen und Aufgaben aus der „To Do“-Spalte auswählen. Wer an welcher Aufgabe arbeitet ist für alle Teilnehmenden sichtbar, sodass der Arbeitsprozess transparent bleibt.

Da Scrum eher in kleineren Projektteams mit bis zu neun Personen eingesetzt wird, gibt es weitere Rahmenwerke, die auch für größere Unternehmen sowie vielzählige Projektteilnehmer*innen geeignet sind (yeebase media GmbH, 2019). Eine Erweiterung von Scrum stellt beispielsweise Nexus dar (NEXUS AG, 2020). In diesem Framework existiert neben den bereits beschriebenen drei Rollen ein zusätzliches Nexus-Integrations-Team, welches für ein einheitliches Verständnis und den Einsatz notwendiger Praktiken und Werkzeuge in den Scrum-Teams sorgt. An weitaus größere Unternehmen richtet sich der Scaled agile Framework, oder kurz „Safe“ genannt. Dieses Rahmenwerk besteht aus einer Team,- Programm,- und Portfolioebene und ermöglicht bereits bestehenden Unternehmen agile Methoden in ihre Arbeitsweise zu integrieren (SAFe, 2019). Ein weiteres, oft genutztes Rahmenwerk ist das Large Scale Scrum, abgekürzt „Less“, welches den einfachen Aufbau des Konzepts hervorhebt (Less, 2020). Es ist für die Zusammenarbeit von acht Scrum-Teams ausgelegt, Erweiterungen für mehrere Teams sind jedoch möglich (yeebase media GmbH, 2019).

Werkzeuge

Die Umsetzung des agilen Projektmanagements im Team erfolgt mithilfe von verschiedenen Werkzeugen.

Jira und Trello bieten Unternehmen die Möglichkeit ihre Aufgaben gemeinsam zu planen, jemandem zu zuweisen, den Stand zu verfolgen, Fortschritte zu verwalten und gegebenenfalls Berichte darüber zu erstellen. Die Übersicht zum aktuellen Ablauf eines Vorgangs, auch Aufgabe oder Ticket genannt, gewährleisen die Workflows, die je nach Bedarf anpassbar sind (Atlassian, 2020).

Beispiel:

Abbildung 1: Workflows (Atlassian, 2020)

Confluence und auch Google Docs dienen im agilen Projektmanagement als Ablage sowie zur Sammlung von Informationen über die Projekte und das Unternehmen im Allgemeinen. Da Confluence vom selben Anbieter wie Jira und Trello entwickelt wurde, ist eine reibungslose Verknüpfung der beiden Werkzeuge möglich (Communardo Software GmbH, 2020).

Für eine umfangreichere Darstellung der agilen Rahmenwerke „Scrum“ und „Kanban“ können wir Ihnen folgende Literatur empfehlen:

Röpstorff, S. & Wiechmann, R. (2015). Scrum in der Praxis: Erfahrungen, Problemfelder und Erfolgsfaktoren. Heidelberg: dpunkt.verlag.

Burrows, M. (2015). Kanban: Verstehen, einführen, anwenden. Heidelberg: dpunkt.verlag.

Quellen


Agilemanifesto.org
 (Hrsg.), 2001: History: The Agile Manifesto. Link:  https://agilemanifesto.org/history.html [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Agilemanifesto.org (Hrsg.), 2001: Manifest für Agile Softwareentwicklung. Link: https://agilemanifesto.org/iso/de/manifesto.html [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Agilemanifesto.org (Hrsg.), 2001: Prinzipien hinter dem Agilen Manifest. Link: https://agilemanifesto.org/iso/de/principles.html. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Angermeier, Dr. Georg; Projektmagazin (Hrsg.) 2017: Agiles Projektmanagement. Link: https://www.projektmagazin.de/glossarterm/agiles-projektmanagement [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Atlassian (Hrsg.), 2020: Jira Software versus Trello. Link: https://www.atlassian.com/software/jira/comparison/jira-vs-trello. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Communardo Software GmbH (Hrsg.), 2020: Die verschiedenen Facetten des Projektmanagments. Link: https://www.communardo.de/agiles-projektmanagement/. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

EDUTRAIMENT COMPANY GMBH (Hrsg.), 2020: Das agile Manifest: 4 Werte-12 Prinzipien. Link: https://www.edutrainment-company.com/das-agile-manifest-4-werte-12-prinzipien/. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Kanbanize (Hrsg.), 2020: Kanban, eine Erklärung für Einsteiger. Link: https://kanbanize.com/de/kanban-ressourcen/kanban-erste-schritte/was-ist-kanban/ [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Less (Hrsg.), 2020: Introduction to Less. Link: https://less.works/less/framework/why-less.html. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

MicroTOOL (Hrsg.), 2020: Agiles Projektmanagement. Auf Änderungen schnell reagieren. Link: https://www.microtool.de/wissen-online/was-ist-agiles-projektmanagement/. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Pfeffer, Joachim; Projektmagazin (Hrsg.) 2019: Scrum. Link: https://www.projektmagazin.de/glossarterm/scrum [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

SAFe (Hrsg.), 2019: Welcome to Scaled Agile Framework 5.0. Link: https://www.scaledagileframework.com/about/. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

SolidCreativity GmbH (Hrsg.), 2019: Scrum oder Kanban-Welche Methode ist richtig für Ihr Projekt? Link: https://agiles-projektmanagement.info/agiles-projektmanagement-einfuehren/#Kontaktinformationen [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

The Project Group, 2019: Klassisches versus agiles Projektmanagment. Link:  https://www.theprojectgroup.com/blog/agile-klassische-oder-hybride-projektmanagement-methoden/ [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Yeebase media GmbH (Hrsg.), 2019: Agile Skalierungsframeworks: Safe, Less und Nexus im Vergleich. Link: https://t3n.de/news/agile-skalierungsframeworks-safe-less-nexus-1150190/ [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Yeebase media GmbH (Hrsg.), 2019: Kanban versus Scrum-was sind die Unterschiede? Link: https://t3n.de/news/kanban-scrum-unterschiede-834533/. [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]

Bildquellen

Abbildung 1: Atlassian (Hrsg.), 2020: Kurzübersicht über Jira. Link: https://www.atlassian.com/de/software/jira/guides/getting-started/overview#key-terms-to-know [zuletzt abgerufen am 23.01.2020]